Wiedersehen mit mir selbst 

Zwischen Pizza und Aperol

Autorin: Melanie Pignitter

Mein erster Eindruck

Normalerweise findet ihr bei mir vor allem Krimis, Thriller und Romance. Ein Roman mit Ratgeber-Elementen gehört deshalb eher nicht zu meinem üblichen Lesestoff.

Umso neugieriger war ich, ob mich „Wiedersehen mit mir selbst – Zwischen Pizza und Aperol“ trotzdem überzeugen kann.

Und mal ganz ehrlich: Bei einem Cover, das nach Italien, Sommer und Urlaub schreit, war es um mich sowieso schon geschehen. ☀️🍕🍹

Worum geht's?

Die 38-jährige Eva steht vor den Trümmern ihres Lebens: Ihr Partner hat sie verlassen, und wegen Sparmaßnahmen verliert sie auch noch ihren Job als Marketing-Managerin.

Da kommt ihr die Erbschaft ihres etwas schrulligen Onkels gerade recht. Gemeinsam mit Berta, einem alten VW-Bus, startet sie einen Roadtrip. Nach einem Besuch bei ihrer besten Freundin entdeckt Eva im Bus eine Italienkarte mit markierten Orten – offenbar die Reiseroute ihres Onkels.

Kurz entschlossen folgt sie seinen Spuren und reist quer durch Italien. Dabei stolpert sie von einem skurrilen Abenteuer ins nächste, und begegnet den unterschiedlichsten Menschen. Mit der Zeit beginnt sie zu erkennen, dass sie sich auch ohne Partner an ihrer Seite selbst genug ist. Sie lernt, Grenzen zu setzen, ihre Selbstzweifel loszulassen und endlich ihren eigenen Weg zu gehen.


Meine Meinung

Schon nach den ersten Seiten hatte ich dieses leichte Urlaubsgefühl. Und das zog sich für mich durch einen großen Teil des Buches.

Eva war mir schnell sympathisch. Besonders schön fand ich, wie sie Schritt für Schritt mutiger wird, neue Menschen kennenlernt und beginnt, mehr auf sich selbst zu hören. Ihre Entwicklung war für mich einer der Gründe, warum ich die Geschichte gerne weitergelesen habe.

Auch Berta, der alte VW-Bus, hat mich überrascht. Anfangs fand ich es ehrlich gesagt etwas ungewöhnlich, dass ein Bus auf seine ganz eigene Art mit Eva kommuniziert. Je weiter die Geschichte jedoch voranschritt, desto mehr Charme entwickelte genau diese Idee für mich.

Außerdem haben mich die Illustrationen zu Beginn jedes Kapitels begeistert. Sie passten wunderbar zu den einzelnen Stationen der Reise und verstärkten das sommerliche Italien-Gefühl noch einmal. Auch die anschließenden Affirmationen fand ich eine schöne Ergänzung – selbst wenn man sie nicht alle für sich übernehmen möchte.

Und dann wäre da natürlich noch Italien.

Mehr als einmal hatte ich beim Lesen das Gefühl, den Duft von Pizza, Espresso und warmen Sommerabenden förmlich vor mir zu haben. Für mich hätte diese Geschichte in keinem anderen Land so gut funktioniert.

Ich hätte das Buch am liebsten mit einem Aperol auf einer Piazza in der Sonne zu Ende gelesen 🌞🍹


Gibt es ein Aber?

Ja.

Je weiter die Geschichte voranschritt, desto häufiger hatte ich das Gefühl, dass der Ratgeber-Anteil den Roman etwas in den Hintergrund drängt.

Einige Szenen wirkten auf mich dadurch etwas hölzern und nicht immer ganz glaubwürdig. Manchmal fühlte es sich eher wie ein Coaching-Buch als wie ein Roman an.

Auch Evas Entwicklung ging mir stellenweise etwas zu schnell. Natürlich habe ich mich gefreut, dass sie immer mehr zu sich selbst findet. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass dieser Weg etwas mehr Zeit bekommt.


Das Kapitelkribbeln danach ...

Wenn ich heute an „Wiedersehen mit mir selbst – Zwischen Pizza und Aperol“ zurückdenke, denke ich zuerst an Italien.

An kleine Gassen, gutes Essen, Sommerabende und das Gefühl, einfach mal loszufahren.
Und vielleicht ist genau das die größte Stärke des Buches: Es erinnert daran, dass man manchmal gar nicht so weit reisen muss, um sich selbst wieder ein Stück näherzukommen. ❤️


Mein Fazit

Wer eine klassische Liebesgeschichte, oder einen spannenden Krimi sucht, wird hier eher nicht fündig.

Wer aber Lust auf einen Roman mit sommerlichem Italien-Flair, einer sympathischen Protagonistin und Denkanstößen für den eigenen Alltag hat, sollte diesem Buch eine Chance geben.

Für mich war es eine angenehme Mischung aus Unterhaltung und kleinen Impulsen zum Nachdenken – auch wenn der Ratgeber-Anteil für meinen Geschmack stellenweise etwas zu präsent war.


Mein Kapitelkribbeln
⭐⭐⭐⭐(4/5)