Mord auf der Herreninsel
Autor: Maurice Richardson
Mein erster Gedanke
Eine Mordserie am idyllischen Chiemsee, eine junge Kommissarin, die selbst ins Fadenkreuz gerät, und jede Menge Rätsel.
Also eigentlich all das, was ich mir von einem Krimi erhoffe. 🔎📚
Worum geht’s?
Die junge Kommissarin Kaya Benaty wird für ihren ersten Fall bei der Mordkommission ausgerechnet in ihren Heimatort Prien am Chiemsee geschickt.
Dort erwarten sie nicht nur die Geister ihrer Vergangenheit, sondern auch eine grausame und rätselhafte Mordserie. Neben der ersten Leiche hinterlässt der Täter eine blutige Nachricht: ein Zitat des sagenumwobenen Märchenkönigs Ludwig II.
Kurze Zeit später folgen zwei weitere Leichen und die Verbindung der Morde zu Ludwig II. stellt die Ermittler vor ein Rätsel.
Und als wäre das nicht schon genug, muss Kaya Benaty sich auch noch mit ihrem unausstehlichen Kollegen Christoph Steinert herumschlagen.
Als die junge Kommissarin schliesslich selbst in den Fokus der Ermittlungen gerät, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.
Wann wird der Täter wieder zuschlagen? Und was steckt wirklich hinter den rätselhaften Morden am Chiemsee?
Meine Meinung
Ein Klischee bei Krimis ist ja, dass der Mörder immer der Gärtner ist.
Nun ja. Bei «Mord auf der Herreninsel» ist der Gärtner das erste Opfer und scheidet als Täter damit wohl eher aus. 😄
Kaya mochte ich ziemlich schnell. Gerade weil sie nicht als Ermittlerin daherkommt, die ihren ersten Mordfall bei der Mordkommission souverän aus dem Ärmel schüttelt. Sie muss sich nicht nur unter ihren neuen Kollegen behaupten, sondern schleppt gleichzeitig ihre eigene Vergangenheit mit sich herum. Und das macht sie so sympathisch.
Denn haben wir nicht alle unsere kleinen Baustellen, die wir mit uns herumschleppen?
Den Chiemsee und besonders die Herreninsel hatte ich beim Lesen ebenfalls ziemlich schnell vor Augen. Und obwohl ich das Buch eigentlich wegen des Mordfalls gelesen habe, ertappte ich mich irgendwann bei dem Gedanken: Da würde ich jetzt tatsächlich selbst gerne einmal hin. 😊
Besonders spannend fand ich die Verbindung zu Ludwig II. und die Zitate, die der Täter bei seinen Opfern hinterlässt. Dadurch hatte ich neben der klassischen Frage «Wer war's?» noch ein zweites Rätsel:
Was hat das alles miteinander zu tun?
Natürlich habe ich währenddessen fleissig mit gerätselt und irgendwann auch meinen Verdächtigen gefunden.
Tja. Was soll ich sagen? Ich lag völlig daneben. 😂
Bis zum Schluss wusste ich tatsächlich nicht, wer hinter den Morden steckt – und genau das mag ich bei einem Krimi.
Gibt es ein Aber?
Ja, zwei Kleinigkeiten.
Fangen wir mit Christoph Steinert an.
Der Mann ging mir zeitweise wirklich auf die Nerven. Natürlich braucht ein Krimi auch Figuren, die man nicht unbedingt ins Herz schliesst. Aber bei Steinert und seinen Ansichten dachte ich irgendwann nur noch:
«Man sollte wissen, wann es genug ist, Steinert.» 🙈
Nein, Freunde sind wir bis zum Schluss nicht mehr geworden. 😄
Ausserdem sind mir einige Fehler im Text aufgefallen. Sie haben meinen Lesefluss zwar nicht gestört, bei einem etwas gründlicheren Korrektorat wären sie aber vermutlich vermeidbar gewesen.
Das Kapitelkribbeln danach …
Eigentlich wollte ich nur einen Mordfall lösen.
Und jetzt möchte ich die Herreninsel sehen. 😄
Die Landschaft rund um den Chiemsee hatte ich beim Lesen so deutlich vor Augen, dass ich tatsächlich neugierig geworden bin.
Vielleicht sollte ich bei einem Besuch aber vorsichtshalber einen grossen Bogen um die Gärtner machen. 😉🌳
Mein Fazit
«Mord auf der Herreninsel» hat mir genau das gegeben, was ich mir von einem Krimi erhofft hatte: einen Fall, bei dem ich miträtseln konnte und trotzdem bis zum Schluss nicht wusste, wer eigentlich dahintersteckt.
Dazu kam der Chiemsee, die Verbindung zu Ludwig II. und mit Kaya eine Ermittlerin, die ich gerne begleitet habe.
Und wenn ich am Ende eines Krimis feststellen muss, dass ich mit meinem Verdacht völlig daneben lag? Dann hat der Fall bei mir schon einiges richtig gemacht. 😄🔎
Mein Kapitelkribbeln
⭐⭐⭐⭐☆ (4/5)
☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆
Lügennebel
Autorin: Viveca Sten
Mein erster Gedanke
Sechs Studenten. Ein abgelegenes Ferienhaus. Jede Menge Geheimnisse. Und am nächsten Morgen liegt eine von ihnen tot im Schnee.
Na wunderbar. Dann kann das gegenseitige Verdächtigen ja beginnen. 😄
Dazu ein winterliches Åre und die eisige Kälte.
Genau meine Art von Krimi.
Worum geht's?
Eine klirrend kalte Januarwoche im schwedischen Bergdorf Åre: Sechs Studenten verbringen ihre Skiferien in einem abgelegenen Ferienhaus.
Sie feiern ausgelassen, spielen „Wahrheit oder Pflicht“ und lassen sich auf immer riskantere Abfahrtsmanöver ein.
Doch eines Morgens liegt eine junge Frau aus der Gruppe tot im eisigen Schnee.
War es ein Unfall – oder kaltblütiger Mord?
Meine Meinung
«Lügennebel» hatte mich ziemlich schnell gepackt.
Nicht, weil von Anfang an ständig etwas passiert, sondern weil ich schon bald niemandem mehr so richtig getraut habe. 😄
Durch die wechselnden Perspektiven bekommt man nach und nach mit, was innerhalb der Gruppe wirklich los ist. Freundschaften bekommen Risse, Geheimnisse kommen ans Licht und immer, wenn ich dachte, ich hätte langsam verstanden, wem ich glauben kann, tauchte wieder etwas auf, das mich zweifeln ließ.
Und natürlich hatte ich irgendwann meine eigenen Verdächtigen.
Ob ich damit richtig lag? Das verrate ich natürlich nicht. 😉
Besonders gut hat für mich dabei Åre funktioniert. Diese Kälte, der Schnee, die Abgeschiedenheit – für mich genau die richtige Stimmung für einen Krimi.
Gleichzeitig verstärkt die abgeschiedene Kulisse dieses Gefühl, dass die Figuren mit ihren Geheimnissen irgendwie aufeinander festsitzen.
Auch die ruhigeren Ermittlungsphasen haben mich deshalb nicht gestört. Ich wollte einfach wissen: Was ist in dieser Nacht wirklich passiert – und wer erzählt hier eigentlich die Wahrheit?
Und genau diese Frage hat mich bis zum Ende weiterlesen lassen.
«Lügennebel» ist bereits der vierte Fall rund um Hanna Ahlander. Der jeweilige Kriminalfall ist in sich abgeschlossen, sodass man grundsätzlich auch mit diesem Band einsteigen kann. Die persönliche Geschichte der beiden sympathischen Ermittler Hanna und Daniel entwickelt sich allerdings von Band zu Band weiter.
Gibt es ein Aber?
Diesmal eigentlich nicht.
Klar, wenn ich unbedingt etwas suchen wollte, könnte ich sagen, dass manche Szenen vielleicht etwas kürzer hätten sein können.
Aber ganz ehrlich? Bei einem Krimi, den ich so gerne gelesen habe, wäre das für mich tatsächlich Kritik um der Kritik willen.
Also nein. Diesmal gibt's kein wirkliches Aber. 😄
Das Kapitelkribbeln danach ...
Buch zu. Fall gelöst.
Und ich? Gedanklich immer noch irgendwo im verschneiten Åre. ❄️
Vor allem aber blieb dieses schöne Krimigefühl zurück, wenn man während des Lesens ungefähr jeden einmal verdächtigt hat – und am Ende trotzdem noch überrascht wird. 😄
Mein Fazit
«Lügennebel» war für mich genau die Art von Krimi, bei der ich irgendwann nur noch dachte: Noch ein Kapitel. Ich will wissen, was hier wirklich passiert ist.
Und wenn mich eine Geschichte so lange im verschneiten Åre festhält, bis ich endlich die Wahrheit kenne, hat sie ziemlich viel richtig gemacht. ❄️📚
So dürfen Krimis für mich gerne öfter sein.
Mein Kapitelkribbeln
⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆
Die Mallorca-Kommissarin
Das stille Grab
Autorin: Cara Maria Cardenes