Bretonische Versuchungen

Autor: Jean-Luc Bannalec

 


Mein erster Eindruck

Es gibt Hörbuchreihen, auf deren nächsten Band ich mich jedes Mal freue. Die Fälle von Kommissar Dupin gehören für mich definitiv dazu. Tatsächlich ist die Reihe von Jean-Luc Bannalec die einzige Krimireihe, in die ich regelmäßig hineinhöre.

Als ich gelesen habe, dass sich diesmal alles um Schokolade drehen wird, war ich ehrlich gesagt etwas skeptisch. Kann daraus wirklich ein spannender Kriminalfall entstehen? Die Antwort lautet: Ja. 🍫😉


Worum geht's?

Eigentlich versucht Kommissar Dupin gerade – mehr oder weniger freiwillig – auf einem Boot seine große Angst vor dem Meer zu überwinden. Doch daraus wird nichts. Denn ihn erreicht die schockierende Nachricht, dass Adeline Mazago, die Chefin einer traditionsreichen baskischen Schokoladenmanufaktur, in der Bretagne ermordet wurde. Und zwar auf äußerst ungewöhnliche Weise: Sie ertrank in flüssiger Schokolade.

Für Dupin ist sofort klar: Das war Mord.

Gemeinsam mit seiner ebenso klugen wie resoluten Mitarbeiterin Nolwenn folgt er den Spuren des Täters quer durch die Bretagne bis ins Baskenland. Dabei tauchen die beiden tief in die Welt der edlen Schokolade ein – und stellen fest, dass hinter einer scheinbar perfekten Familie mehr Geheimnisse verborgen liegen, als zunächst vermutet.


Meine Meinung

Was ich an den Dupin-Krimis besonders mag, ist ihr ganz eigenes Erzähltempo. Die Geschichten nehmen sich Zeit für ihre Figuren, für die Ermittlungen und vor allem für die besondere Atmosphäre der Bretagne. Genau das macht für mich den Reiz dieser Reihe aus.

In diesem Band dreht sich alles um Schokolade. Ehrlich gesagt hätte ich nie gedacht, dass sich aus diesem Thema ein so spannender Kriminalfall entwickeln lässt.

Gleichzeitig erfährt man unglaublich viel über Kakao, Schokoladenherstellung und die Unterschiede hochwertiger Schokolade. Genau diese Mischung aus Krimi und Hintergrundwissen macht für mich den besonderen Charme der Dupin-Reihe aus.

Außerdem liebe ich es, dass Jean-Luc Bannalec die Bretagne nie nur als Kulisse nutzt. Beim Hören habe ich immer wieder das Gefühl, selbst vor Ort zu sein. Genau dieses französische Lebensgefühl gehört für mich inzwischen genauso zur Reihe wie Kommissar Dupin selbst.


Gibt es ein Aber?

Ja, ein kleines.

Irgendwann waren mir die Erklärungen rund um Kakaoanbau, chemische Prozesse und Schokoladenherstellung dann doch etwas zu ausführlich.
Mehr als einmal ertappte ich mich bei dem Gedanken:

«Jetzt würde ich aber doch langsam lieber wissen, wer der Mörder ist.» 🍫😄

Dadurch rückte der eigentliche Kriminalfall für meinen Geschmack stellenweise etwas in den Hintergrund.


Das Kapitelkribbeln danach ...

Nach jedem Dupin-Krimi bleibt bei mir das gleiche Gefühl zurück:

Ich möchte am liebsten sofort in die Bretagne reisen.

Auch diesmal war das nicht anders. Vielleicht lag es an den kleinen Gassen, vielleicht an den Cafés oder vielleicht einfach daran, dass Jean-Luc Bannalec es immer wieder schafft, die Bretagne so lebendig werden zu lassen.

Und ganz nebenbei hatte ich nach diesem Hörbuch plötzlich richtig Lust auf ein gutes Stück Schokolade. 🍫😋


Mein Fazit

Wenn ihr Krimis mögt, die ihre Spannung nicht durch rasante Action, sondern durch Atmosphäre, sympathische Figuren und klassische Ermittlungsarbeit aufbauen, solltet ihr Kommissar Dupin unbedingt kennenlernen.

Für mich gehört die Reihe nach wie vor zu den schönsten Regionalkrimis überhaupt – und auch „Bretonische Versuchungen“ hat daran nichts geändert.

Mein Kapitelkribbeln
⭐⭐⭐⭐☆ (4/5)

 

☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆

 

Der Richter der Sieben 

 

Autor: Ralf Gebhardt

Mein erster Eindruck

Ein Serienmörder, der seine Opfer auf grausame Weise inszeniert, zwei völlig unterschiedliche Ermittler und eine geheimnisvolle Pik-Sieben – der Klappentext klang für mich nach einem spannenden Krimi mit einer außergewöhnlichen Idee.

Gerade weil ich Krimis und Thriller sehr gerne lese und höre, war ich gespannt, ob mich diese Geschichte überraschen kann.


Worum geht's?

An zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen werden die brutal zugerichteten Leichen zweier Frauen gefunden. Die Opfer wurden auf Holzkreuzen befestigt, neben ihnen steht jeweils ein brennendes weißes Grablicht. Auf ihrer Stirn wurde eine Pik-Sieben genagelt.

Die Kriminalhauptkommissare Stephan Kralik und Christian Thaler übernehmen die Ermittlungen. Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein, doch als eine dritte Frau auf dieselbe grausame Weise ermordet wird, ist den beiden Ermittlern klar:

Sie jagen einen Serienmörder mit heimtückischem Plan.

Für die Ermittler beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Während sie glauben, dem Täter immer näherzukommen, hat dieser seinen nächsten Zug längst geplant.


Meine Meinung

Schon nach den ersten Kapiteln wurde mir klar, dass „Der Richter der Sieben“ für mich deutlich weniger ein klassischer Krimi als vielmehr ein harter Psychothriller ist.

Natürlich dürfen auch Krimis brutale Szenen enthalten. Hier standen die sehr detaillierten Gewaltdarstellungen für mein Empfinden jedoch so stark im Vordergrund, dass die eigentliche Ermittlungsarbeit immer mehr in den Hintergrund rückte. Für meinen persönlichen Geschmack wäre hier weniger deutlich mehr gewesen.

Dabei besitzt die Grundidee durchaus Potenzial. Die rätselhaften Morde und die Bedeutung der Pik-Sieben haben mich neugierig gemacht und ich wollte unbedingt wissen, was hinter allem steckt.

Positiv überrascht haben mich die beiden Ermittler. Vor allem Stephan Kralik war mir zu Beginn ausgesprochen unsympathisch. Gerade deshalb fand ich seine Entwicklung im Laufe der Geschichte gelungen. Zusammen mit Christian Thaler ergibt sich am Ende ein Ermittlerduo, das ich durchaus interessant fand.

Da ich das Buch als Hörbuch gehört habe, möchte ich auch den Sprecher erwähnen. Er hat seine Aufgabe wirklich gut gemacht und der Geschichte genau die passende Atmosphäre verliehen.

Bedauerlicherweise eichten diese positiven Punkte für mich nicht aus. Je weiter die Geschichte voranschritt, desto häufiger verlor ich durch die zahlreichen Zeit- und Perspektivwechsel den Überblick. Statt die Spannung zu steigern, haben sie mich eher aus der Handlung herausgerissen.

Auch das Ende konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen. Es wirkte auf mich zu bizarr, teilweise surreal und letztlich nicht mehr glaubwürdig.


Gibt es ein Aber?

Diesmal fällt das Aber tatsächlich etwas größer aus.

Ich bin mit der Erwartung an einen klassischen Krimi in diese Geschichte gestartet. Während des Hörens hatte ich jedoch immer stärker das Gefühl, einen sehr harten Psychothriller vor mir zu haben.

Wer genau solche Geschichten mit expliziten Gewaltdarstellungen und psychologischen Abgründen schätzt, wird dieses Buch vermutlich ganz anders erleben als ich.

Für meinen persönlichen Geschmack rückte die eigentliche Kriminalgeschichte jedoch zu oft in den Hintergrund.


Das Kapitelkribbeln danach ...

Wenn ich heute an „Der Richter der Sieben“ zurückdenke, denke ich weniger an den Täter als an die beiden Ermittler. Vor allem Stephan Kraliks Entwicklung ist mir positiv in Erinnerung geblieben.
Schade nur, dass mich der eigentliche Fall trotz seiner interessanten Grundidee am Ende nicht genauso überzeugen konnte.


Mein Fazit

Wer einen klassischen Ermittlerkrimi erwartet, sollte wissen, dass „Der Richter der Sieben“ für mein Empfinden deutlich näher am Psychothriller liegt.

Leserinnen und Leser, die explizite Gewaltdarstellungen, düstere Atmosphäre und psychologisch sehr harte Geschichten mögen, werden das Buch vermutlich anders bewerten als ich.

Mich persönlich konnte das Hörbuch jedoch nicht überzeugen. Positiv bleiben mir der Sprecher, die Entwicklung der beiden Ermittler sowie die spannende Grundidee in Erinnerung. Insgesamt überwogen für mich jedoch die Kritikpunkte.


Mein Kapitelkribbeln
⭐️⭐️☆☆☆ (2/5)


Hinweis: Bei diesem Hörbuch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag bzw. den Autor für die Bereitstellung. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unabhängig und ehrlich.

 

☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆

 

Todesstille über Föhr

Autor: Cornelia Härtl

Mein erster Eindruck

Ein Krimi auf Föhr, zwei rätselhafte Todesfälle und eine winterliche Nordseeinsel – allein das klang für mich nach genau der richtigen Mischung aus Atmosphäre und Spannung.

 

Worum geht's

Eigentlich wollten Kari Lürsen und ihr Freund Bent mit einem Kurztrip nach Oslo entspannt ins neue Jahr starten. Doch daraus wird nichts. Ein Anruf ihrer Chefin Dr. Adam macht den Plänen kurzerhand einen Strich durch die Rechnung.

Zwei rätselhafte Todesfälle in der Silvesternacht auf Föhr beschäftigen Kari Lürsen und ihren Kollegen Sebastian Kuhl. Die beiden Opfer wurden ermordet, nachdem sie ein Lokal in Wyk besucht hatten. Schnell wird klar, dass der Fall größere Kreise zieht, denn die Tatwaffe tauchte bereits bei einem anderen Tötungsdelikt auf.


Die Ermittlungen gestalten sich anfangs schwierig, denn Kari und Sebastian arbeiten ohne ihr gewohntes Team. Außerdem reiste die verstorbene Frau unter falschem Namen an, bezahlte ihr Hotel mit Falschgeld und als ihre wahre Identität schließlich feststeht, wirft diese eher neue Fragen auf, als Antworten zu liefern.

Kari bleibt nur wenig Zeit, die Zusammenhänge zu erkennen, bevor der Täter endgültig untertaucht.


Meine Meinung

Da „Todesstille über Föhr“ bereits der fünfte Fall rund um Kari Lürsen ist, fiel mir der Einstieg nicht ganz leicht. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass mir Hintergrundwissen zu den Figuren und ihren Beziehungen fehlt. Dadurch brauchte ich etwas Zeit, um richtig in der Geschichte anzukommen.
Trotzdem mochte ich Kari und Sebastian als Ermittlerduo. Zwischen den beiden läuft nicht immer alles reibungslos – und genau das machte ihre Zusammenarbeit für mich glaubwürdig. Man merkt, dass beide ihren eigenen Kopf haben und sich im Laufe der Geschichte weiterentwickeln.

Besonders gut gefallen hat mir die winterliche Atmosphäre auf Föhr. Beim Hören konnte ich mir die verschneiten Straßen und die raue Nordseeluft richtig gut vorstellen. Gerade solche Schauplätze machen für mich den Reiz eines Regionalkrimis aus.

Bedauerlicherweise hat mich der eigentliche Kriminalfall dann aber nicht so gepackt, wie ich es mir gewünscht hätte.

Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte kleine Umwege nimmt und sich in Details verliert, die für die Handlung kaum eine Rolle spielen. So wird einmal beispielsweise ein verschneites Fahrrad erwähnt, dass für die eigentliche Geschichte überhaupt keine Rolle spielt.  Dadurch kam die Spannung für mich nie so richtig ins Rollen und ich wartete immer wieder auf den Moment, in dem mich der Fall endgültig packt.


Auch Dr. Adam blieb für mich etwas schwer greifbar. Vielleicht hätte ich ihre Rolle besser verstanden, wenn ich die vorherigen Bände gekannt hätte.

Da ich das Buch als Hörbuch gehört habe, spielte natürlich auch die Sprecherin eine große Rolle. Leider bin ich mit ihrer Art zu lesen nicht richtig warm geworden. Dadurch fiel es mir zusätzlich schwer, komplett in die Geschichte einzutauchen.


Gibt es ein Aber?

Ja.

Ich glaube, mein größtes Problem war gar nicht der Fall selbst.

Vielmehr hatte ich während des Hörens immer wieder das Gefühl, dass die Geschichte kurz davor ist, richtig spannend zu werden – und genau dieser Moment kam für mich dann leider doch nie.


Vielleicht hätte ich den Band auch anders erlebt, wenn ich Kari Lürsen bereits aus den vorherigen Fällen gekannt hätte.


Das Kapitelkribbeln danach ...

Wenn ich heute an „Todesstille über Föhr“ zurückdenke, denke ich zuerst an die winterliche Inselkulisse.

Gerade die Atmosphäre auf Föhr ist mir im Gedächtnis geblieben und hat für mich den größten Reiz der Geschichte ausgemacht.

Umso mehr hätte ich mir gewünscht, dass mich auch der Kriminalfall genauso fesselt wie der Schauplatz.


Mein Fazit

Wenn ihr Regionalkrimis mit Nordsee-Flair, ruhigem Erzähltempo und sympathischen Ermittlern mögt, könnte „Todesstille über Föhr“ durchaus etwas für euch sein.

Für mich blieb der Fall allerdings hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Atmosphäre hat mich überzeugt – die Spannung nicht wirklich.


Mein Kapitelkribbeln
⭐️⭐️⭐️☆☆ (3/5)


Hinweis: Bei diesem Hörbuch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag / die Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unabhängig und ehrlich.