The Hike – Nicht alle kommen zurück

Autorin: Lucy Clarke

 

Worum geht's?

Die vier Schulfreundinnen Maggie, Liz, Helena und Joni verreisen seit Jahren gemeinsam. Dieses Mal soll es jedoch kein entspannter Strandurlaub werden, sondern eine mehrtägige Wanderung durch die norwegische Berglandschaft – fernab von Handyempfang, Zivilisation und Alltagsstress.

Doch schon bald bringt die Tour jede von ihnen an ihre persönlichen Grenzen. Alte Konflikte brechen auf und lang gehütete Geheimnisse kommen ans Licht.

Als die vier erfahren, dass in genau dieser Gegend ein Jahr zuvor eine Frau spurlos verschwunden ist, kippt die Stimmung endgültig.

Mit jedem Kilometer durch die Wildnis wächst das Gefühl, beobachtet zu werden.

Und am Ende kehrt tatsächlich eine der Freundinnen nicht mehr zurück ...

Meine Meinung

The Hike ist kein Thriller, der dich bereits auf den ersten Seiten mit Schockmomenten überrollt. Stattdessen baut Lucy Clarke die Spannung langsam, aber kontinuierlich auf – und genau das hat mir richtig gut gefallen.

Besonders spannend fand ich den Perspektivwechsel zwischen den vier Freundinnen. Nach und nach wird deutlich, dass keine von ihnen so ehrlich ist, wie sie zunächst wirkt. Jede trägt ihre eigenen Geheimnisse mit sich herum, und ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt: Wann fliegt alles auf?

Neben der eigentlichen Spannung regt das Buch immer wieder zum Nachdenken an: Wie gut kennt man seine engsten Freunde wirklich? Und wie viel Wahrheit steckt hinter dem Bild, das wir nach außen zeigen?

Lucy Clarkes Schreibstil liest sich angenehm leicht und flüssig. Durch die kurzen Kapitel entstand bei mir ein richtiger Lesesog – aus "nur noch ein Kapitel" wurden am Ende natürlich wieder mehrere 😉

Ganz ohne Kritik kommt das Buch für mich allerdings nicht aus.

Mehr als einmal musste ich den Kopf schütteln, weil die Freundinnen Entscheidungen treffen, bei denen ich nur dachte:

"Bitte macht das jetzt nicht ..." 🙈

Sich in einer abgelegenen Wildnis immer wieder allein auf den Weg zu machen, erschien mir ehrlich gesagt nicht besonders klug.

Auch die zwischenzeitlichen übernatürlichen Andeutungen hätten für mich nicht sein müssen. Sie wirkten etwas aufgesetzt und hätten der Geschichte meiner Meinung nach nichts genommen, wenn sie gefehlt hätten.

Trotzdem hat mich The Hike insgesamt sehr gut unterhalten. Die Mischung aus beeindruckender Naturkulisse, unterschwelliger Spannung und den Dynamiken innerhalb der Freundesgruppe macht den Thriller zu einer packenden Lektüre.

Fazit

The Hike ist ein atmosphärischer Thriller, der weniger auf blutige Schocks als auf schleichende Spannung setzt.

Wer Geschichten mit einer dichten Atmosphäre, starken Figuren und emotionalen Konflikten mag, wird hier auf seine Kosten kommen.

Die norwegische Berglandschaft sorgt dabei für ein eindrucksvolles Setting, das fast schon selbst zu einer Hauptfigur wird.

Mein Kapitelkribbeln

⭐⭐⭐⭐☆ (4/5)